Sri Lanka Bat-Project

Das Sri Lanka Bat-Project fand im Rahmen meiner Staatsexamensarbeit statt. Ich habe drei Monate lang verschiedene Gebiete in Sri Lanka auf das Vorkommen zweier Bulldogg-Fledermausarten (Chaerephon plicata und Tadarida aegyptiaca) untersucht. Gefunden habe ich sie letztendlich nicht, nur Hinweise auf ihr Vorkommen. Aber ich konnte eine Reihe anderer spannender Entdeckungen machen, über die ich während meiner Zeit in Sri Lanka geschrieben habe.

Die Beiträge für das Sri Lanka Bat-Project findet ihr im Projekt-Journal. Die Grundidee und Methodik meines Projektes habe ich in dem folgenden Video kurz zusammengefasst:

 


Worum geht es in dem Projekt?

Es geht in diesem Projekt darum das Vorkommen von zwei Arten von Bulldoggfledermäusen, nämlich Tadarida aegyptiaca und Chaerephon plicata, in Sri Lanka erneut nachzuweisen. Erneut nachweisen deshalb, weil die letzten Nachweise aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen. Damals hat ein Forscher namens Phillips eine Sri Lanka-weite Studie zum Vorkommen von Fledermäusen durchgeführt und die beiden Arten an jeweils zwei Orten gefunden. Das ist nicht viel und lange her. Seitdem wurden zwar Fledermausscreenings durchgeführt, aber diese beiden Arten konnten nicht nachgewiesen werden. Das liegt vielleicht auch daran, dass beide Arten sehr hoch und weit fliegen. Über den Baumwipfeln fliegen sie nämlich bis zu 60km von ihren Tagesquartieren zu ihren Jagdgebieten und sind in dieser Höhe natürlich mit herkömmlichen Methoden, wie Netze, die am Boden stehen, schwer zu fangen. In meinem Projekt geht es nun darum dieses Problem zu lösen und nach Möglichkeiten zu suchen diese Fledermausarten trotzdem nachzuweisen.

Ein traditioneller Ansatz wird sein an den Stellen aus den 20ern und anderen Orten, die sich als Quartier anbieten würden, erneut nach Tagesquartieren zu suchen. Außerdem möchte ich aber noch einen moderneren Ansatz verfolgen:
Ein Charakteristikum beider Arten ist, dass sie sich mit extrem tiefen Ultraschalllauten orientieren. So tief, dass sogar wir Menschen diese Töne mit bloßem Ohr als hohes Fiepsen hören können. Außerdem ermöglicht diese Eigenschaft aber, dass man die Tiere anhand ihres Ultraschallrufs erkennen kann, ohne dass man dazu große Vergleichsdatenbanken braucht, weil momentan keine anderen Arten auf Sri Lanka bekannt sind, die auch so tief rufen. Ich möchte deshalb Horchboxen, also Ultraschallrekorder benutzen. Diese habe ich nach dem Vorbild des raspberrypi bat-project von Holger Körber selbst gebaut und für meine Bedürnisse ein wenig angepasst. Diese Horchboxen nehmen nachts automatisch die Rufe vorbeifliegender Fledermäuse auf, und ermöglichen so eine Einschätzung, ob es die beiden gesuchten Arten in Sri Lanka noch gibt. Wenn ich Gebiete finde, in denen ich tieffrequent rufende Fledermäuse habe, möchte ich dort gezielt Netze aufstellen und die Fledermäuse mithilfe von Klangattrappen in diese Netze locken, was vorher auf Sri Lanka auch noch nicht ausprobiert wurde. Die Tiere werden dann gewogen, gemessen und bestimmt und anschließend wieder frei gelassen.

 

Wer steht hinter dem Sri Lanka Bat-Projekt?

Das Projekt wurde von mir in Kooperation mit Angehörigen der Universität Colombo und des National Museum Colombo, sowie der IUCN in Sri Lanka gegründet. Ich selber bin Lehramts-Student der Universität Duirburg-Essen und werde die Daten, die ich in Sri Lanka sammel, zur Anfertigung meiner Staatsexamensarbeit verwenden.

Mit Fledermäusen arbeite ich nun schon seit vielen Jahren und entdecke jeden Tag neue erstaunliche Eigenschaften dieser bemerkenswerten Tierordnung. In Deutschland arbeite ich viel in der Öffentlichkeitsarbeit. Ich mache Führungen, Vorträge und Schulprojekte zum Thema Fledermäuse neben dem Studium. Außerdem arbeite ich noch in einer Biostation, wo ich bei Fledermaus-Gebietskartierungen helfe und Horchboxaufnahmen auswerte (da kommen schonmal ein paar tausend Aufnahmen zusammen pro Nacht).

 


Dieses Projekt wurde von der Crowd unterstützt.

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Über sciencestarter.de/bulldoggfledermaeuse haben 37 Sponsoren
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Vielen Dank dafür!